Bodenseeregion mit den Anrainern Deutschland, Schweiz, Liechtenstein und Österreich
 

Forschungszentren im Bodenseeland

 

Rund um den Bodensee bildet eine ausgeprägte F&E-Infrastruktur eine wichtige Säule in der wirtschaftlichen Entwicklung. Zahlreiche Hochschulen im Bodenseeland haben Forschungszentren in ihrer Institution etabliert, die sich internationaler Anerkennung erfreuen, wie Rankings und Förderpreise beweisen. Nahezu alle Hochschulen im Bodenseeland betreiben angewandte F&E, Technologie und Wissenstransfer.

 

Derzeit wird an einem Konzept der Zusammenarbeit im Bereich der angewandten F&E aller zum Verbund der IBH gehörenden Hochschulen gearbeitet. Diese geplante Kooperation der Hochschulen bei F&E stellt eine wichtige Erweiterung des im Bodenseelands vorhandenen Angebots zum Technologietransfer da. Die Global Player unterhalten eigene Forschungszentren und Forschungsabteilungen, auch zahlreiche KMU sind in der Forschung aktiv. 

 
 

 

Forschungszentren an Hochschulen

 

Die Forschung an der Universität Konstanz genießt hohe internationale Anerkennung. Bundesweite Rankings von CHE, Humboldt-Stiftung, DFG oder FOCUS bescheinigen der Universität Spitzenleistungen. Fünf Sonderforschungsbereiche, acht Forschungszentren, sieben Forschergruppen sowie fünf Graduiertenkollegs unterstreichen die Forschungsorientierung. Im April 2001 nahm das Forschungszentrum für den wissenschaftlichen Nachwuchs seine Arbeit auf, dessen Ziel es ist, exzellente NachwuchswissenschaftlerInnen in ihrer Laufbahn zu unterstützen. Es stellt in der deutschen Universitätslandschaft eine institutionelle Innovation dar. Schon lange etabliert ist hingegen das Forschungszentrum für die Limnologie, der Lehre von den Binnengewässern.

 

An der HTWG Konstanz (Hochschule Konstanz für Technik, Wirtschaft und Gestaltung) sind folgende Forschungsinstitute angesiedelt: IAF Institut für angewandte Forschung, Zentrum für internationale Terminologie und angewandte Linguistik sowie das Konstanz Institut für Wertemanagement. 

 

Nach dem Leitsatz „Lokale Ausrichtung – Internationale Einbettung“ richtete die Fachhochschule Voralberg/University of Applied Sciences ein Forschungszentrum mit den drei strategischen Schwerpunkten ‘Mikrotechnik‘, ‘Nutzerzentrierte Technologien‘ sowie ‘Produkt- und Prozess-Engineering‘ ein.

 

Das Institut für Angewandte Forschung (IAF) an der Hochschule Ravensburg-Weingarten hat für seine Forschungsaufgaben folgende Schwerpunkte in der Organisationsstruktur gebildet: Intelligente Systeme, Robotik, Radioökologie, Angewandte Sozialforschung, Optische Systeme und Energie- u. Verfahrenstechnik. 

 

Die Forschung an der Universität St. Gallen (HSG) ist durch eine ausgeprägte Grundlagenforschung sowie durch eine stark an der wirtschaftlichen und juristischen Praxis orientierten Forschung gekennzeichnet. Ein wesentliches Merkmal der Forschungslandschaft an der Universität St.Gallen ist ihr breites Spektrum. Die Forschung vereint unterschiedliche Richtungen auf den Gebieten der Wirtschafts-, Rechts- und Sozialwissenschaften unter einem Dach. Rund 80 Professorinnen und Professoren, eine Vielzahl an Habilitierenden, Dozierenden und Doktorierenden sowie an wissenschaftlichen Mitarbeitern in über 30 Instituten und Forschungsstellen sind in der Forschung tätig. 

 

In anwendungsorientierter Forschung und Entwicklung (aF&E) betreibt die HSR Hochschule für Technik Rapperswil regen Technologie- und Wissenstranfer. Die am Markt erfolgreichen Institute, Fach- und Forschungsstellen, machen die HSR zu einem starken Partner für Wirtschaft, Industrie und öffentliche Hand. 

 

Forschungszentren an der NTB Interstaatliche Hochschule für Technik Buchs sind das Institut für Mikro- und Nanotechnologie (MNT), das Institut für Automation und Produkttechnik sowie das Institut Qualitätstechnologie.

 

 

Forschungszentren in der Industrie 

 

In Singen siedelte sich im Jahre 2003 das Produkt Technologie Centre (PTC) an, ein Forschungs- und Entwicklungszentrum für den Bereich kulinarische Produkte und Kleinkindernahrung. Geschmack, Herstellung und Technologie sowie Sicherheit, Haltbarkeit und Qualität sind Kernkompetenzen des PTC. Dabei wird am Standort Singen sowohl an Produktinnovationen für den europäischen Markt, als auch für die asiatischen oder amerikanischen Märkte geforscht. Die Lebensmittelexperten des PTC Singen stehen mit den Nestlé-Märkten in mehr als 80 Ländern und dem gesamten Forschungsnetzwerk von Nestlé in Kontakt. Auch in der Zusammensetzung der Forschungsteams kommt die internationale Ausrichtung des PTC Singen zum Ausdruck; die Mitarbeiter stammen aus 16 verschiedenen Ländern. Auch Interdisziplinarität wird in Singen groß geschrieben: Lebensmitteltechnologen arbeiten hier mit Verfahrenstechnikern, Mikrobiologen, Köchen und Verpackungsingenieuren Hand in Hand.

 

Gewässerforschung am Bodensee: Das Institut für Seenforschung (ISF) in Langenargen im Bodenseeland besteht seid 1920 und genießt als Vorreiter in der Gewässerforschung und im Gewässerschutz international einen hervorragenden Ruf. Heute ist das ISF Teil der Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württenberg (LUBW). In Langenargen forscht die indisziplinär zusammengesetzte Forschungsgruppe - das sind Physiker, Chemiker, Biologen, Geowissenschaftler, Informatiker und Fischerei-Experten – auch im Auftrag der Internationalen Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB). Für ihre Forschungstätigkeiten stehen ihr modernste Gewässerlabors und mehrere Forschungsschiffe zur Verfügung.

 

Nanotechnologie gilt als die Zukunftstechnologie schlechthin. Im Bodenseeland hat sich in St. Gallen der Nano-Cluster Bodensee etabliert, ein branchenübergreifendes Netzwerk von Unternehmen sowie Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen zur Unterstützung der Innovationskraft von Unternehmen. Die Nanotechnologie erschließt uns die Welt der allerkleinsten Dinge. Ein Nanometer ist der millionstel Teil eines Millimeters. Der Durchmesser eines menschlichen Haares ist fünfzigtausend mal größer. Die Anwendungsmöglichkeiten dieser Technologie sind immens. Die Nanotechnologie erarbeitet die Grundlagen für immer kleinere Datenspeicher mit immer größerer Speicherkapazität für hochwirksame Filter zur Abwasseraufbereitung, für photovoltaische Fenster, für Werkstoffe, aus denen sich in der Automobilindustrie ultraleichte Motoren und Karosserieteile fertigen lassen, oder für künstliche Gelenke, die durch organische Nanooberflächen für den menschlichen Körper verträglicher sind. Für viele wichtige Industriebranchen wie Chemie, Pharma, Automobilbau, Informationstechnik oder Optik hängt die künftige Wettbewerbsfähigkeit ihrer Produkte von der Erschließung des Nanokosmos ab. Die künftigen Fortschritte der Nanotechnologie sind entscheidend für die weitere Entwicklung dieser Industriesektoren.